Menü

Projektvorschläge 2018


Stadtteilschule Walddörfer: Raus aus der Schule - Rein ins Leben!

Die Themen "Nachhaltigkeit und Klimaschutz" bilden einen wesentlichen Schwerpunkt in unserem pädagogischen Konzept. Wir werden seit Jahren als "Umweltschule" und

"Klimaschule" ausgezeichnet und sind 2012 mit dem Deutschen Klimapreises der Allianz Umweltstiftung geehrt worden. Doch nachhaltiges Handeln sollte uns nicht nur an besonderen Aktionstagen interessieren. So war es ein großer Wunsch von uns, dass die Schüler regelmäßig Umwelt- und Klimaschutz in all seinen Facetten erleben. Durch die Kooperation mit der Naturschule "Wilde Zeiten" konnte dieser Wunsch vor drei Jahren realisiert werden. Auf dem 2,5ha großen Gelände der Naturschule findet der Unterricht konsequent draußen statt. Eine kurze Besprechung am Morgen, rein in die Arbeitshose und in die Gummistiefel und los geht es. Hier werden die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz nicht aus dem Schulbuch unterrichtet, sondern hautnah erlebt.

Die Schüler unseres Wahlpflichtkurses „Zukunft“ besuchen über drei Jahre hinweg, von der 8ten bis zur 10ten Klasse, jeweils für drei Unterrichtsstunden pro Woche die Naturschule. Dadurch findet ein außergewöhnliches und ganzheitliches Lernen statt. Das Erlebte verankert sich tief in den Persönlichkeiten der Schüler. Durch die Beobachtungen in der Natur, stellen die Schüler fest, das sie ein untrennbarer Teil des "großen Ganzen" sind, in dem jede kleine Tat von Bedeutung ist.

Mit diesem Projekt erreichen wir die Schüler in einer Lebensphase, in der sie sich vom Elternhaus lösen, sich auf die Suche nach eigenen Werten machen und die geprägt ist von vielen Konsumentscheidungen. Jede dieser Entscheidungen hat  Einfluss auf Ihre eigene Zukunft und wird hier nicht mit erhobenem Zeigefinger vermittelt, sondern für die Schüler durch das eigene Erleben fühlbar. So verankert es sich nachhaltig.

Die Schüler beschäftigen sich vor Ort mit artgerechter Tierhaltung und versorgen die Schweine, Schafe, Hühner und Bienen. Sie produzieren gesunde Lebensmittel von der Aussaat bis zur Weiterverarbeitung der Produkte. In Naturschutz- und Landschaftspflegeprojekten, geht es neben umweltrelevanten Aspekten auch um die Bewahrung von Kulturgut, wie z.B. beim Anlegen von Streuobstwiesen. Kernthemen, wie der wirtschaftliche Umgang mit Ressourcen, werden lebenspraktisch z.B. mit dem Bau von Solartrocknern für die Weiterverarbeitung der Ernte erlebt. Die Schüler gehen mit ihren selber hergestellten Produkten sehr achtsam um. In einer Wegwerfgesellschaft erleben sie hier alle ursprünglichen Arbeitsprozesse intensiv und erfahren eine ganz neue Wertschätzung für diese Produkte.

Das Bedürfnis der Schüler, ihre gewonnenen Erfahrungen zu teilen und aktiv zu werden, wird vielfach deutlich. Aussagen wie: „Diese Informationen müssten mehr Menschen erhalten.“, oder „Unsere tollen Produkte sollten wir vermarkten …“ möchten wir mit unserer Projektidee aufgreifen und eine nachhaltig wirtschaftende Schülerfirma gründen.

Hierüber sollen die Schüler die Möglichkeit erhalten, praxisnah wirtschaftliches Denken und Handeln zu erproben. Sie müssen Wege erarbeiten, marktwirtschaftliche Interessen mit ökologischen Zielen zu verbinden. Von der ökologischen Produktionsweise, über die Möglichkeiten eines klimaneutralen Transportes der Waren, ökologisch vertretbarer Verpackungen oder dem Entwickeln von Pfandsystemen, muss alles bedacht werden.


Unsere konkreten Vorstellungen:

Gründung einer nachhaltig wirtschaftenden Schülerfirma

Namensfindung / Logogestaltung

Ausbau der Jungpflanzenanzucht

Findung und Erprobung weiterer ökologischer Produkte

Besuch von Märkten zum Verkauf der Produkte und Jungpflanzen

Ausbau von weiteren Kooperationen im Stadtteil und darüber hinaus


Erste Versuche in diesem Frühjahr haben gezeigt, wie begeistert die Schüler davon sind, mit ihren Produkten nach Aussen zu gehen. So haben die Schüler beim Pflanzenmarkt des Umweltzentrums Karlshöhe ihre selbstgezogenen Jungpflanzen mit großem Erfolg angeboten. Die Beteiligung der Schüler an der Betreuung des Standes und beim Verkauf war riesig (und das freiwillig an einem Wochenende). Über den Verkauf auf Märkten hinaus, möchten wir vielfältige weitere Projekte anschieben, die auch die sozialen Kompetenzen der Schüler fördern sollen.


Kooperationen:

Projekt: „GemüseAckerdemie“

Durch den Kontakt der Naturschule zur „GemüseAckerdemie“, einem deutschlandweit tätigen Verein, der Schulen dabei betreut, eigene Schulgärten anzulegen und zu pflegen,konnte eine weitere Kooperation geschlossen werden. Für dieses Projekt haben die Schüler in diesem Frühjahr 3000 Gemüsejungpflanzen angezogen und ausgeliefert. „Schüler produzieren für Schüler“. Die „GemüseAckerdemie“ war von der Qualität der Jungpflanzen so begeistert, dass sie für das nächste Frühjahr das Auftragsvolumen verdoppeln möchte.


Projekt: „Erlenbusch“

Der Erlenbusch ist eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit Körper- und Mehrfachbehinderungen in unmittelbarer Nähe der Naturschule. Die Einrichtung wünscht sich für ihre Jugendlichen eine gesellschaftliche Teilhabe. Hier würden wir gerne mit der Schülerfirma behindertengerechte Hochbeete entwickeln und vor Ort aufbauen. Die Betreuer könnten regelmäßig mit den Jugendlichen zur Pflanzenabholung in die Naturschule kommen, während auch unsere Schüler vor Ort sind. So würde es zu einem regelmäßigen Kontakt kommen und unsere Schüler können sich Gedanken machen, in wie weit sie die Besucher aus dem Erlenbusch an Ihren Arbeitsabläufen teilhaben lassen können, z.B. beim Füttern der Tiere.


Projekt: Asylunterkunft
In diesem Monat ist in unmittelbarer Nähe der Schule eine Folgeunterkunft eingeweiht worden und wird in diesen Tagen bezogen. Die Schule sucht eigene Projekte für eine gute Integration der neuen Mitbürger. Hier könnten wir vor Ort mit Schülern und Bewohnern Hochbeete bauen und durch die Belieferung mit Jungpflanzen einen regelmäßigen Kontakt herstellen. Das Gärtnern soll die oft triste Umgebung verschönern und den Bewohnern die Möglichkeit einer bereichernden  Beschäftigung geben. Beim Ernten bietet sich ein gemeinsames Kochen an. Dabei können sprachliche Barrieren überwunden und voneinander gelernt werden. Häufig haben die Menschen aus  anderen Kulturen einen noch viel ursprünglicheren Zugang zur Herstellung und Verarbeitung de rLebensmittel.


Projekt: Verknüpfung mit unserem Stadtteil –„Volksdorf blüht auf!“

Die Interessengemeinschaft Volksdorf bepflanzt den Dorfkern jedes Jahr mit Blühpflanzen. Da wir uns mit unserer Schülerfirma über die Gemüsejungpflanzenanzucht auch auf bienenfreundliche Blühstauden konzentrieren wollen, würden wir gerne Kontakte knüpfen, um auch hierfür Pflanzen zu liefern und mit einem Infostand auf die Bedeutung von bienenfreundlichen Stauden hinzuweisen. Den Besuchern soll deutlich werden, dass jeder im eigenen Garten und auf dem Balkon etwas zur Artenvielfalt beitragen kann.


Projekt: unsere Schule- Schulhofgestaltung und Jahrgangs- und Klassenübergreifende Projekte

Wir wollen erreichen, dass möglichst alle 1200 Schüler der STS Walddörfer in die Aktivitäten der Schülerfirma eingebunden werden. Dies kann beispielsweise wie folgt aussehen:

Als Erprober und Verkoster von neuen Produkten, als Beteiligte in der Produktion (Herstellung von Produkten in den Textil- und Handwerkskursen, sowie in Arbeit und Beruf), als Gestalter  von Produktverpackungen, Werbung, Infobroschüren ( Kunst, Medien, Foto- Filmkurse, Deutsch),  Berichterstattung in der Schülerzeitung,  Ausarbeitung von Vermarktungskonzepten, Buchführung (Mathekurse der Oberstufe), als Verkäufer auf den Märkten... 

Darüberhinaus soll auch das direkte Umfeld und der Schulhof verschönert und bepflanzt werden, damit die Schüler sich identifizieren und wohlfühlen können.


Weitere Projekte:

Durch die Belieferung und Bepflanzung mit Gemüse- und Blühpflanzen sind die Möglichkeiten von weiteren interessanten Kooperationen unendlich.


Das Leben selbst ist also ein unerschöpflicher außerschulischer Lernort, deswegen unser Motto - Raus aus der Schule - Rein ins Leben!



Zurück ...