Menü

Projektvorschläge 2018


Stadtteilschule Meiendorf: Kulturnetzwerk Meiendorf

1. Projektvorschlag

Kinder, die gerne zur Schule gehen, sich in der Klasse und der schulischen Umgebung wohlfühlen, haben gute Erfolgsbedingungen für Lernprozess und Lernerfolge. Für einen Teil unserer SchülerInnen ist unsere Schule die wesentliche Konstante in ihrem jungen Leben. Hier finden sie regelmäßige Abläufe und Ansprechpartner.

Wir fördern und unterstützen bereits Gruppenfindungsprozesse durch Angebote in den Bereichen Theater, Soziales Lernen, Mannschafts- und Individualsport, Würdigung von Erfolgen und Teilnahme an vielfältigen Projekten. Die Integration in die schulische Gemeinschaft/Gruppe sowie die Anerkennung unterschiedlicher Stärken und Schwächen sind Ziele, welche wir als Schule mit unserem pädagogischen Handeln anstreben.

Unsere Schule steht dabei auf vier Pfeilern: In den Jahrgängen 5/6 haben wir den Projektunterricht als fächerübergreifenden Unterricht installiert. In den Jahrgängen 7/8 lernen unsere SchülerInnen in Profilklassen ihrer Wahl, differenziert nach gesellschaftlichen, sportlichen, musisch-ästhetischen und naturwissenschaftlichen Schwerpunkten. In den Jahrgängen 9/10 ist neben den Abschlüssen die Anschlussorientierung und Vorbereitung auf den beruflichen Alltag Hauptgegenstand der pädagogischen Arbeit. Mit den Jahrgängen 11 und 12 wächst unsere Oberstufe heran. Das verbindende Element (Fundament und Dach) bildet das soziale, kooperative Lernen. Mit dem Fundament bieten wir unseren SchülernInnen eine Umgebung für gutes Lernen. Das Dach gibt ihnen einen geschützten Raum, um ihre Stärken zu entwickeln. Das Bewusstsein der eigenen Stärken und Schwächen, das Einbringen der Stärken und die Akzeptanz der eigenen und fremder Schwächen ist ein hohes Gut der sozialen Kompetenz.


Dieses kooperative Lernen und das Bewusstwerden der eigenen Stärken möchten wir jetzt mit einem neuen Projekt noch mehr fördern!.

In der Stadtteilschule Meiendorf soll ein Kulturbüro entstehen, welches die kulturelle Arbeit im Stadtteil bündelt und veröffentlicht, genauso aber auch Recherchearbeit betreibt, Veranstaltungen plant und Kooperationen mit Institutionen anstrebt.

Es soll ein großes Netzwerk zwischen der Stadtteilschule Meiendorf, den kulturellen Institutionen im Stadtteil, den handwerklichen Betriebe und den AnwohnerInnen entstehen.


Das Projekt soll verschiedene Bausteine beinhalten:


1.1 Kulturbüro

Es soll ein Kulturbüro (mit min. 2 PCs, White Bord, Pinnwänden, WLAN, Drucker) entstehen. Dies soll ein Raum der Begegnung und der Organisation sein, welchen SuS "verwalten/betreuen". Hier sollen Vernetzungstreffen mit den im Stadtteil ansässigen Institutionen stattfinden (wie z.B. BiM, Tabaja, Jugendclub, Kirchengemeinden usw.). SuS, KuK, Eltern und Instituitionen sollen hier zusammenkommen und überlegen, wie man die kulturelle Arbeit im Stadtteil aus- und aufbauen kann. Es soll ein jahrgangsübergreifendes Projekt im Rahmen des Ganztages sein. In diesem Büro vereint sich die Organisation und Öffentlichkeitsarbeit des Netzwerkes. 

Als Kommunikationstool zur Verbreitung der Informationen könnte eine (online) Plattform und/oder eine Kulturzeitung geschaffen werden, um alle Beteiligten über Fortschritte und laufende sowie kommende Projekte zu informieren. In Kooperation mit dem Pflicht- bzw. Wahlunterricht wäre es u.U. denkbar eine Kulturapp für den Stadtteil zu schaffen.

Um die laufende Arbeit entsprechend dokumentieren zu können, wäre es gut, wenn das Kulturbüro neben den festen Arbeitsplätzen auch auf mobile Arbeitsgeräte wie z.B. eine Digitalkamera und eine Actionkamera zugreifen könnte. 


1.1.2 SchulsprecherInnen

Die SchulsprecherInnen bekommen feste Zeiten zur Nutzung des Kulturbüros. So kann man die Arbeit des Kulturnetzwerkes auch besser mit der Arbeit der SchulsprecherInnen vernetzen. Es könnten auch feste Sprechzeiten eingerichtet werden, sodass die SchülerInnen, das pädagogische Personal, aber auch mögliche externe Interessenten eine feste Anlaufstelle hätten, um die SchulsprechInnen zu kontaktieren.


1.2.Forschung: Kulturelle Angebote in Meiendorf

Meiendorf ist 700 Jahre alt. Im Sommer 2018 haben wir mit dem ganzen Stadtteil und den ansässigen Institutionen dieses Jubiläum gefeiert.

Am Anfang seiner Arbeit soll sich das Kulturbüro mit dem Stadtteil Meiendorf und seinen kulturellen Angeboten auseinandersetzen.  Neben der Beschäftigung mit den Aufgabengebieten der heute tätigen Institutionen soll es auch um die Aufarbeitung der Geschichte Meiendorfs gehen. Der Blick in die Geschichte zeigt einen steten Wandel, vor allem bei der Entwicklung der Instutionen. Das Kulturbüro könnte sich mit folgenden Fragen auseinander setzen:

  • Wie kam Meiendorf zu Hamburg?
  • Was für Auswirkungen hatte die Zeit des Nationalsozialismus für den Stadtteil?
  • Wie ist Meiendorf entstanden?
  • Wie wurden aus eigenständigen Kirchengemeinden zusammengelegte Kirchenkreise?
  • Welche Schulen wann eingerichtet wurden.
  • Wie wurden aus Bürgerinitiativen Bürgerhäuser mit großem kulturellem Angebot?



Das Kulturbüro überlegt, was für Angebote man schaffen könnten (z.B. einen Stadtteilspaziergang, Infotafeln usw.), um die Angebote für alle im Stadtteil sichtbar zu machen.

Ein konkretes Projekt für das Kulturbüro könnte es sein heraus zu finden, an welchen Orten in Meiendorf Stolpersteine gesetzt werden könnten.

Es könnten Infotafeln erstellt, Stolpersteine gesetzt und ein Plan ausgearbeitet werden. Es könnten Angebote für andere Schulen entstehen, bei welchen unsere SchülerInnen sie durch Meiendorf führen.



1.3. Schulradio

Es könnte eine Öffentlichkeitsgruppe geben die 2-3 mal in der Woche (in den Pausen) einen Radiosender betreut. Hier kann schülernahe Musik gespielt werden und bevorstehende Veranstaltungen können angekündigt werden. Das Programm könnte mit Hilfe einer Anlage auch auf dem Schulhof erklingen.



2. Unsere Schule

Die Stadtteilschule Meiendorf wurde im Jahr 2012, im Gebäude einer zuvor dort ansässigen Haupt- und Realschule gegründet. Diese Neugründung ging einher mit der Einrichtung eines offenen Ganztages und der zunächst  auf einen Bereich (Sport) beschränkten Schwerpunktbildung. Schnell stellte sich heraus, dass die Stadtteilschule Meiendorf neben dem Sport auch im musisch-ästhetischen Bereich Talente fördern kann. So wird seit dem Schuljahr 2016/2017 auch eine ästhetische Schwerpunktklasse im Jahrgang 5 eingerichtet. Ab Jahrgang 7 können unsere SchülerInnen dann zwischen vier Profilen (Sport, Musik/Kunst, Naturwissenschaften und Gesellschaftswissenschaften) wählen. Um den musisch-ästhetischen Bereich zu fördern wurde vor 2 Jahren der Verein Mei-Music e.V. gegründet.


Nachdem die Schule in den vergangenen Jahren immer weiter gewachsen ist und mittlerweile 600 SchülerInnen und 55 LehrerInnen beherbergt, gilt es nun, die Angebote und Vernetzungen im und mit dem Stadtteil zu erweitern. Der Anfang ist gemacht und die Zusammenarbeit mit der Stadtteilkonferenz, dem 'Jugendclub Mittendrin', der Tanzschule 'Tabaja', der Musikschule 'Zauber der Musik', der Haspa, der Kirchengemeinde und dem Bürgerhaus in Meiendorf (BIM) wird kontinuierlich ausgebaut. Als einen Höhepunkt der bisherigen Zusammenarbeit kann die von der Schule geleistete technische Ausstattung der 700-Jahr-Feier im Juni 2018 gesehen werden. Ein Kulturbüro am Standort der Stadtteilschule Meiendorf würde dieser anwachsenden Zusammenarbeit nicht nur einen Ort geben, sondern der Bedeutung für die Kinder des Stadtteils auch Rechnung tragen. 


Professor Hüther schreibt in seinem Buch 'Schulen der Zukunft-Für eine Kultur der Potenzialentfaltung', dass die SchülerInnen ihre Potenziale und Fähigkeiten zunehmend nicht mehr benennen und zeigen können. Die Gründe für diese Entwicklung werden unter anderem in den immer eingegrenzteren Gruppenprozessen gesehen. Unsere SchülerInnen leben zunehmend in der digitalen Welt und erleben auch deshalb reales Miteinander immer weniger. Die Ausprägung von Kompetenzen im Umgang mit anderen und die damit einhergehende Ausbildung von selbstbewussten Menschen werden durch eben diese Defizite  behindert.  Die Stadtteilschule Meiendorf möchte, auch weil die Lücken in der Erfahrungswelt der SchülerInnen nicht immer durch die Elternhäuser gefüllt werden können, die SchülerInnen  in der Entwicklung zu selbstständigen, mündigen  und selbstbewussten Menschen begleiten und unterstützen. Damit dieser Prozess noch erfolgreicher gelingen kann, ist die Zusammenarbeit der Institutionen  im Stadtteil von großer Bedeutung. Das von uns beworbene Kulturbüro kann dabei ein wesentlicher Baustein in der Koordination von gemeinsamen Projekten sein. Durch die Vernetzung können wir die SchülerInnen in vielen Lebensbereichen erreichen.




3. Finanzbedarf

3.1. Projektgruppe für 2 Jahre 4 Personen (1,5 WAZ pro Woche, stellt Schule zur Verfügung)

3.2. Fortbildungen für Projektteam (10 Fortbildungsstunden)

3.3. Ausstattung des Kulturbüros (2-3 PCs, Drucker, Pinnwand, White Board, Stühle, Tische, Digitalkamera, Actionkamera, Räumlichkeit - denkbar wäre ein Bauwagen oder Container) ca. 15.000 €

3.4. Finanzielle Unterstützung für Kick-Off-Veranstaltungen im Stadtteil (z.B. 5.2.2019 Esther Bejerano) ca. 5000 €

3.5. Mobile Anlage für Aktionen im Stadtteil/ Radio (Feierabendsingen, Open Stage usw.) 10.000 €

3.6. Gelder für Infotafeln/Stolpersteine/ Materialien/ Karten für dein Stadtteilrundgang usw. ca 10.000 €


Zurück ...