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Projektvorschläge 2018


Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer: Einrichtung einer Lernwerkstatt in der Historischen Bibliothek

Das Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer hat sich mit seinem neuen Leitbild „Vielfalt - Verantwortung - Wertschätzung -Transparenz/Verbindlichkeit - Anspruch“ vor zwei Jahren auf den Weg gemacht, diesen Auftrag im schulischen Alltag noch stärker zu akzentuieren. Die Leitwerte markieren insbesondere den Anspruch leistungsstarken und mit besonderen Begabungen ausgestatteten Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden. Wir wertschätzen und akzeptieren die Vielfalt der Potentiale der uns anvertrauten Kinder; wir möchten sie zu verantwortungsbewussten Menschen erziehen, die dem Anspruch der gymnasialen Bildungsinhalte gerecht werden können und diese als Bereicherung ihrer Persönlichkeit begreifen. Dies sollen Merkmale der schulischen Arbeit am Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer sein, die für alle transparent und verbindlich sind.


Unserem Konzept der Begabtenförderung, welches wir als wichtiges Element des gymnasialen Bildungsauftrags begreifen, messen wir einen hohen Stellenwert bei. In jedem Schuljahr erfassen wir am Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer systematisch eine hohe Anzahl an Schülerinnen und Schülern mit besonderen Begabungen und führen für sie aktiv das Lernentwicklungsblatt (LEBL) – aktuell sind es 147 Kinder und Jugendliche.

Seit vielen Jahren bemüht sich das Kollegium des Gymnasiums Kaiser-Friedrich-Ufer den Schülerinnen und Schülern anregende Angebote sowohl im Unterricht als auch über den Unterricht hinaus zu ermöglichen. Allen Fach- und Aufgabenbereichen entsprechend finden Schülerinnen und Schüler passende Angebote – vom Mathematikzirkel über einen Literaturkurs mit einer Autorin und der Redaktion der Schülerzeitung bis hin zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten oder dem naturwissenschaftlichen Wettbewerb Jugend Forscht.


In dem beengten denkmalgeschützten Altbau des Gymnasiums Kaiser-Friedrich-Ufer bieten die Klassenräume gleichwohl wenig Entfaltungsmöglichkeiten und sind nur begrenzt geeignet, differenzierte Lernangebote integrativ zu ermöglichen. Das Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer mit seinem Gebäude aus dem Kaiserreich hat nur sehr kleine Unterrichtsräume und wenig Differenzierungsräume. Binnendifferenzierter Unterricht, der Begabungsförderung integrativ erlaubt, ist daher nicht leicht umzusetzen.


Die geplante Raumnutzung dient gleich mehreren Zwecken:

  • Das große Ziel des Gymnasiums Kaiser-Friedrich-Ufer ist es, eine Lernwerkstatt einzurichten und zu einem Zentrum der Begabtenförderung auszubauen. Dieser Raum soll allen additiven Angeboten der Begabtenförderung einen festen Raum bieten und kann im Regelunterricht für differenziertes Arbeiten mit leistungsstarken Gruppen genutzt werden, die dort selbstverantwortlich komplexe Aufgaben erarbeiten würden. So können verantwortungsbewusste und leistungsbereite Schülerinnen und Schüler mit einem Arbeitsauftrag versehen werden, um diese in der Lernwerkstatt recherchieren und schreiben und damit Forschungsergebnisse eigenständig erstellen zu lassen.
  • Weiterhin soll die Lernwerkstatt als Ort für die Vertiefung und Anwendung der im Unterricht erworbenen Kompetenzen, als Arbeitsort für die Vorbereitung auf Klassenarbeiten, Klausuren und das Abitur,
  • sowie als Ort für Arbeitsgemeinschaften, z.B. das Umweltplenum,
  • oder auch als Rückzugsort dienen. Dafür kann die Bibliothek mittelfristig überdies nicht nur mit Fach- sondern auch zeitgenössischer Jugendliteratur und mit Zeitschriften ausgestattet werden. Insbesondere für Inklusionskinder mit Förderbedarf im Bereich des Hörens hat ein Ruheraum eine wichtige Funktion.
  • Auch für die am Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer etablierte Projektarbeit, die überwiegend im unterrichtlichen Rahmen stattfindet, wird sich die Lernwerkstatt als Ort eignen, an dem Schülerinnen und Schüler ihre Projekte entwickeln können.
  • Weiterhin kann dem Raum in Hinblick auf die zunehmende Inklusion eine große Bedeutung beigemessen werden, da Lerngruppen leichter geteilt werden können und Individualisierung damit ausgebaut werden kann.
  •  Eine weitere Nutzungsmöglichkeit ergibt sich durch den aktuellen Ausbau von sozialen Projekten am Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer, wie zum Beispiel den Prefects oder der Umwelt-/Klima-AG, welche regelmäßig an sozialen und/oder nachhaltigen Themen arbeiten.

Als Raum für die Lernwerkstatt ist die Historische Bibliothek der Schule vorgesehen, einerseits ein Prunkstück, das jedoch andererseits seit längerer Zeit recht stiefmütterlich behandelt worden ist. Die Bibliothek entspricht noch weitgehend dem ursprünglichen Zustand, wie er bei der Einweihung des Schulgebäudes (Architekt Alfred Erbe) 1912 vorzufinden war. Die aus zwei Ebenen bestehende Bibliothek wurde bis in die 1990er Jahre als Lehrerbibliothek, später dann als Lehrbuchsammlung und als Koordinatorenbüro genutzt. Zurzeit wird die Bibliothek kaum für schulische Zwecke genutzt und beherbergt einen Bücherschatz von wertvollen Werkausgaben aus dem 19. Jahrhundert bis zur Fachliteratur aus den 1990er Jahren sowie den Handapparat der Fachschaft Englisch.

Da der Raum noch in seiner ursprünglichen Form erhalten ist (siehe Fotos), verströmt er bis heute die Aura der Ruhe und Gelehrsamkeit, die sich durchaus auch Schülern darstellt, wenn sie mit einem Staunen die Bibliothek betreten.


Bibliothekarinnen der Staatsbibliothek haben die Sammlung gesichtet. Da jedoch ihr Schwerpunkt auf dem literarischen und historischen Bereich liegt, der in der Staatsbibliothek bereits stark vertreten ist und den 2. Weltkrieg auch relativ unbeschadet überstanden hat, übernimmt sie keine Teilbestände unserer Sammlung.


Damit zukünftig der Raum von Schülerinnen und Schülern genutzt werden kann, werden wir einen kleinen Teil der historischen Sammlung (insbesondere wertvolle literarische Gesamtausgaben und Lexika) erhalten; nicht zuletzt, um die besagte Atmosphäre der Bibliothek zu erhalten. Weiter werden die Fachschaftsleitungen aus der Sammlung diejenigen Medien auswählen, die weiterhin für das forschende Lernen von Schülern und Schülerinnen geeignet sind und deshalb in der Bibliothek verbleiben sollen. Die übrigen Bücher werden Antiquariaten angeboten und eventuell auf Bücherflohmärkten verkauft. Der Erlös soll in den Ausbau der neuen Lernwerkstatt fließen.


Entsprechend der technischen und baulichen Möglichkeiten werden auf beiden Ebenen der Bibliothek zehn Arbeitsplätze geplant. Damit die Schülerinnen und Schüler sowohl online recherchieren als auch digital Texte oder andere Präsentationsformen erstellen können, werden wir zehn Laptops anschaffen. Der Vorteil eines Laptops gegenüber einem Computer ist, dass sich die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer gewählten Arbeitsform frei im Raum bewegen können. Darüber hinaus werden in Absprache mit den Fachleitungen und den Verantwortlichen für die Teilnahme von Schülerinnen und Schülern an Schülerwettbewerben weitere geeignete audiovisuelle sowie gedruckte Medien angeschafft.


Um für eine ruhige und angemessene Nutzung der Bibliothek zu sorgen, werden wir Eltern, ältere Schülerinnen und Schüler sowie Ehemalige als Ehrenamtliche einbinden, die für einen selbst gewählten und abgestimmten Zeitraum in der Woche bzw. im Monat eine Aufsicht übernehmen, ggf. gegen eine Bezahlung. Wichtig für einen reibungslosen Ablauf ist eine Verlässlichkeit der Aufsichten. Der Kreis dieser Ehrenamtliche wird von einem Mitglied des Kollegiums betreut, das mit ihnen eine verlässliche Terminplanung (wer führt wann Aufsicht?) abstimmt.

Sehr zuverlässige Schülerinnen und Schüler, insbesondere aus der Begabtenförderung, erhalten eine Bescheinigung, mit der sie die Bibliothek auch ohne Aufsicht nutzen können. Dafür werden der Schlüssel und eine Liste zum Eintragen der Nutzung im Sekretariat deponiert.


Für Hinweise, Anschaffungswünsche, Fragen und Anregungen werden wir ein Mitteilungsheft auslegen, das regelmäßig eingesehen wird.


Die Nutzung der Historischen Bibliothek soll durch die lernförderliche und ruhige Atmosphäre die Lernmotivation und Leistungsbereitschaft einer Vielzahl von Schülerinnen und Schülern erhöhen.Schülerinnen und Schülern wird ein Lernumfeld angeboten, das die angemessenen Herausforderungen im Gymnasium liefert. Übergeordnete Kompetenzen wie Eigenverantwortlichkeit, Selbstkompetenz, Medienkompetenz und Selbstorganisation werden stark gefördert. Durch die verstärkte Binnendifferenzierung wird die Unterrichtsentwicklung am Gymnasiums Kaiser-Friedrich-Ufer durch das Projekt insgesamt befördert.



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